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Eine '''Coverversion''' ist in der Musik die Interpretation eines Musikstücks durch einen anderen als den erstaufführenden Musiker.

Begriffsabgrenzung

Grundsätzlich abzugrenzen von der Coverversion sind:
  • das Remake, eine Neuinterpretation durch denselben Interpreten
  • das Medley und das Potpourri, bei denen jeweils nur mehrere Sequenzen verschiedener Kompositionen zu einer neuen Komposition arrangiert werden (zum Beispiel in Liedern des niederländischen Musikprojektes Stars on 45)
  • das Zitat (Musikzitat), das nur Elemente eines anderen Stückes aufgreift und darauf im Kontext einer originären, kreativen Leistung verweist (zum Beispiel in ''Beatle Bones and Smokin? Stones'' von Captain Beefheart)
  • die Adaption, bei der ganze Musikstücke oder Teile davon in eine andere Komposition übertragen werden beziehungsweise Teile eines Musikstückes als Jingle für werbliche Zwecke neu arrangiert werden (zum Beispiel die Werbemusik aus der Werbung für das Gard Haarshampoo Ende der 1970er-Jahre als Adaption des ABBA-Liedes ''Move On'').
  • die Paraphrase, die ein eigenständiges Stück ist, aber sich durch umfangreiche Referenzen an eine Epoche, einen Interpreten oder ein Stück daran abarbeitet
  • das Plagiat, welches ein Musikstück nachahmt, ohne den Urheber zu nennen, und damit den Eindruck der Originalität erweckt (zum Beispiel ''My Sweet Lord'' von George Harrison, ein ? laut Harrison ?unbewusstes? ? Plagiat von ''He?s So Fine'' der Chiffons).
  • Beim Remix werden die einzelnen Stimmen beziehungsweise Tonspuren einer bestehenden Aufnahme neu abgemischt. Hierbei bleibt es in der Regel bei der bereits vorhandenen ersten Aufnahme, sodass kein neuer Tonträger und dementsprechend auch kein weiteres Tonträgerherstellerrecht nach UrhG entsteht. Beim Remix wird zumeist eine Originalaufnahme mit neuen Spuren unterlegt und ist damit eine Bearbeitung der Originalaufnahme. Der Urheber (insbesondere Komponist, Texter) beziehungsweise stellvertretend sein Musikverlag muss deshalb nach seinem Einverständnis gefragt werden. Da die Originalaufnahme verwendet wird, bedarf es auch der Genehmigung der Plattenfirma, die den Originaltitel veröffentlicht hat.
  • Ein Mashup, bei dem meist illegal die Instrumental- bzw. Gesangsspur mit Tracks anderer Künstler ähnlich wie in einer Kollage gekreuzt wird.
  • das Instrumentalstück, bei dem ein anderer Künstler, eine andere Band oder ein Orchester das Original-Stück ausschließlich als instrumentale Version ? also ohne Text und Gesang ? spielt.

Rechtsfragen

Coverversionen sind Gegenstand des in der Coverversion die erneute Produktion und Veröffentlichung
eines vorbestehenden und bereits veröffentlichten Musikwerkes sieht. Bei einer Coverversion handelt es sich im Idealfall nicht um eine Bearbeitung, sondern um eine werkgetreue Verwertung des Originals. Die Rechte auf Verwertung einer Coverversion können von der Verwertungsgesellschaft des Originals eingeholt werden. Geringfügige Veränderungen durch ein anderes Arrangement sind vom Nutzungszweck des Abs. 2 UrhG gedeckt. Erhebliche Veränderungen hingegen sind Bearbeitung oder andere Umgestaltung. Ein deutscher Liedtext zu einem fremdsprachigen Original ist Bearbeitung.

Urheberrechtlich von Bedeutung ist die Frage, ob die neue Version eine nahezu vollständige Übereinstimmung mit dem Original darstellt oder ob eine eigene schöpferische Leistung vorliegt. Im letzten Fall handelt es sich musikalisch nicht um eine ''Coverversion'', sondern eine ''Bearbeitung'' nach UrhG, wenn es als solches die Schutzvoraussetzungen des Gesetzes erfüllt, also für sich allein die notwendige Individualität als eigentümliche geistige Schöpfung aufweist. Wenn der Refrain infolge einer in der Popularmusik ungewöhnlichen Phasenverschiebung eine unregelmäßige Melodie habe und damit eine individuelle ästhetische Ausdruckskraft erhalte, dann liege darin die schöpferische Eigentümlichkeit bei Musikwerken. Das zeige sich auch für den Laien auf dem Gebiet der Musik darin, dass er diese Melodie beim abermaligen Hören als bekannt erfasse und dem Komponisten zuordne.<ref name="BGH" /> Bei Musikwerken stellt die Rechtsprechung geringere Anforderungen an diese Schöpfungshöhe nach dem Grundsatz der sogenannten ?kleinen Münze?.

Coverversionen müssen erkennbar auf das zugrunde liegende Original durch Nennung des Urhebers und Musikverlages Bezug nehmen. Verletzungen des Namensnennungsrechts treten eher in dem Bereich auf, wo die Abhängigkeit des Werkes von einem bestimmten vorbestehenden Werk bezweifelt wird. Fehlt es an der pflichtgemäßen Angabe der Originalquelle, liegt ein rechtswidriges Plagiat vor.

Problem der Abgrenzung vom Original

Die musikologische Abgrenzung von Original und Coverversion fällt nicht immer leicht. Das Original ist die Erstfassung einer bisher noch nicht produzierten Komposition, die zeitlich als erste Version aufgenommen wurde. Genau genommen entscheidet musikologisch ? anders als im Urheberrecht ? das Aufnahmedatum einer Komposition und nicht deren Veröffentlichungsdatum darüber, ob ein Original oder eine Coverversion vorliegt. Dadurch ist es theoretisch möglich, dass ein zeitlich früher veröffentlichter Song später aufgenommen wurde als eine später veröffentlichte Version; die später veröffentlichte Version ist damit jedoch das Original. Oft liegen die exakten Daten nicht vor, sodass es ohne weitere Information offenbleiben muss, welche Version als Original zu klassifizieren ist.

Ein Beispiel für die schwierige Abgrenzung liefert Conway Twitty mit seinem Hit ''Lonely Blue Boy'' (MGM #12857), der am 11. November 1959 aufgenommen und am 21. Dezember 1959 veröffentlicht wurde; der Song erreichte einen sechsten Platz der Pop-Charts. Dadurch wurde er der Öffentlichkeit bekannt und das Original Conway Twitty als Interpreten zugeschrieben. Komponiert von Fred Wise und Ben Wiseman, wurde der Song jedoch bereits am 23. Januar 1958 von Elvis Presley als ?Danny? aufgenommen und lediglich im Film ''King Creole'' verwendet, der am 2. Juli 1958 in den USA in die Kinos kam. Eine Tonträgerveröffentlichung hiervon wurde jedoch erst posthum am 1. Dezember 1978 auf der LP ''A Legendary Performer Vol. 3'' (?includes 8 previously unavailable performances?) vorgenommen. Die Beweisführung, dass damit Elvis Presley das Original gesungen hat, wird durch den unterschiedlichen Titel erschwert.

Formen

Oft werden erfolgserprobte Originalvorlagen ausgewählt, gelegentlich auch völlig unbekannt gebliebene Songs, die erst in der Coverversion zu Erfolg kommen.

Wiedererkennbarkeit

Es gibt sowohl Coverversionen, die sich im Arrangement und Sound streng an das Original halten, als auch Versionen, die kaum wiederzuerkennen sind.

Zu ersterer Form gehört .

''You Keep Me Hanging On'' stammte im Original von den Supremes, die den temporeichen Song mit der typischen Rimshot-Technik am 30. Juni und 1. August 1966 aufnahmen und am 12. Oktober 1966 (Motown #1101) veröffentlichten. Das Stück weist sämtliche Charakteristika des ''Motown-Sounds'' auf, ist mit einer Spieldauer von 2?Minuten?47 ??wie alle Motown-Singles jener Zeit?? zum Airplay prädestiniert und erreichte den ersten Platz der Pop-Charts.

). Die Single erreichte einen sechsten Platz der Pop-Hitparade.

Kim Wilde gelangte im Juni 1987 mit ihrer im Vorjahr aufgenommenen und veröffentlichten Version, wie schon die Supremes, auf Platz eins der US-Charts.

?Schwarze? Originale

Viele Kompositionen afroamerikanischer Musiker (Blues, Rhythm & Blues, Doo Wop) wurden von ?weißen? Interpreten ??oft mit ?bereinigten? Texten?? gecovert, um damit in der Pop-Hitparade erfolgreich zu sein. Der Erfolg des ?weißen Covers? ermöglichte es oft dem Original, aus den Rhythm-&-Blues-Charts in die Pop-Hitparade zu gelangen.

Elvis Presley übernahm am Anfang seiner Karriere einen Bluessong, der im Original von Willie Mae ?Big Mama? Thornton stammte. Diese hatte ''Hound Dog'', der verbale Vergleich eines Jagdhunds mit ihrem Freund, am 13. August 1952 für Peacock Records (#1612) aufgenommen und erreichte nach der Erstveröffentlichung im Januar 1953 den ersten Rang der Rhythm-&-Blues-Hitparade. Mit 500.000 Exemplaren verkaufte sich das Original nicht schlecht; die am 2. Juli 1956 von Presley aufgenommene Fassung jedoch ging sechs Millionen Mal über die Ladentheke.

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Datei:Penguins - Earth Angel.jpg|Penguins ? Earth Angel
Datei:Crew Cuts - Earth Angel.jpg|Crew Cuts ? Earth Angel
Datei:Fats Domino - Ain't It A Shame.jpg|Fats Domino ?
Ain?t It A Shame
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Ain?t That A Shame
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Normalerweise war die bloße Platzierung in den s Studio aufgenommen und entwickelte sich nach Veröffentlichung im April 1955 zum Millionenseller. Dot Records zog nach und veröffentlichte bereits im Juni 1955 die Coverversion, von der ebenfalls über eine Million Platten verkauft wurden. Während Boones Version mühelos den ersten Rang der Pop-Charts erklomm, musste sich Fats Domino mit dem zehnten Platz begnügen.

Deutsche Schlager als Coverversion

Deutschsprachige Schlager benutzten häufig angloamerikanische Titel oder Originale aus anderen europäischen Staaten, um mit einem deutschen Text den heimischen Markt zu erschließen. Diese Strategie wurde bereits seit Gründung der deutschen Plattenindustrie angewandt und kam mit ''Wochenend und Sonnenschein'' von den Comedian Harmonists zur vorläufigen Blüte. Von den Harmonists aufgenommen am 22. August 1930, handelte es sich um eine Version von ''Happy Days Are Here Again'', das am 20. November 1929 von Leo Reismans Orchester aufgenommen wurde.

Einen weiteren Höhepunkt dieser Übernahmen gab es in den 1960er- und 1970er-Jahren, blieb aber weder auf diese Zeitspanne beschränkt, noch auf das klassische ?Schlager?-Genre: So deutschten z.?B. noch 1987 auch Die Ärzte einen Hit von The Bangles zu ''Geh?n wie ein Ägypter'' ein. Die kommerziell erfolgreichste Zeit für deutsche Coverversionen in (West-) Deutschland waren jedoch eindeutig die 1970er Jahre, zum Beispiel Stücke ''wie Himbeereis zum Frühstück'' von Hoffmann und Hoffmann und ''Ein Bett im Kornfeld'' von Jürgen Drews.
Diese Strategie, englischsprachige Originale als deutsche Fassung zu präsentieren, wurde ab 1956 intensiviert. Ein erster Erfolg war , das im April 1953 erschienen war.

Die deutschen Texte vieler Stücke stehen inhaltlich in keinerlei Zusammenhang mit den ursprünglichen englischsprachigen Originalen. Hierbei kommt es oft zu kuriosen Versionen: Beispielsweise Cindy & Berts ''Der Hund von Baskerville'' basierte auf Black Sabbaths ''Paranoid''. Dies kam mitunter auch dann vor, wenn der Originalinterpret selbst die deutsche Fassung übernahm ? oft ohne selbst zu wissen, was er sang ?, wie Sandie Shaw, die ihr ''Puppet on a String'' als ''Wie ein Wiedehopf im Mai'' auf Deutsch sang. Unter dem Reihentitel ''1.000 Nadelstiche'' (benannt nach der deutschen Version von ''Needles and Pins'' von Jackie DeShannon, später unter anderem von den Searchers und Smokie gecovert), existiert eine CD-Sammlung und ein ausführliches Begleitbuch (Bear Family Records), das das Phänomen deutscher Versionen der Original-Interpreten dokumentiert.

Internationale Coverversionen deutscher Lieder

Englischsprachige Versionen erfolgreicher deutscher Lieder sind deutlich seltener. Einige Künstler haben selbst englischsprachige Versionen ihrer deutschen Titel veröffentlicht, die somit nicht als Coverversionen im eigentlichen Sinne gelten können: Beispielsweise Peter Maffay (''You'' (Du)), Falco (''Der Kommissar, Rock Me Amadeus''), Herbert Grönemeyer, Nena, (''99 Luftballons'', ''Irgendwie, irgendwo, irgendwann''), Nicole (''Ein bißchen Frieden''), Peter Schilling (''Major Tom''), Trio (''Da da da'') sowie die Münchener Freiheit (''Everytime'' (Ohne dich (schlaf ich heut Nacht nicht ein)) oder ''All I Can Do'' (Tausendmal du)).

Reinhard Meys Ballade ''Über den Wolken'' wurde von Texas Lightning unter dem Titel ''Over the Mountains'' ins Englische übertragen. Chris de Burgh veröffentlichte 2011 mit ''Seven Bridges'' von dem Karat-Hit ''Über sieben Brücken mußt du gehn'' eine internationale Version. Auch ''Mit 66 Jahren'' von Udo Jürgens wurde von Chris de Burgh in eine englische Version überführt. Darüber hinaus existiert eine norwegischsprachige Version, die von Wencke Myhre gesungen wird. Ebenso wurde Jürgens? Lied ''Der Teufel hat den Schnaps gemacht'' in einer englischsprachiger Version von Santiano interpretiert. Die Punkband Goldfinger coverte 2000 für ihr Album ''Stomping Ground'' Nenas ''99 Luftballons'' in der englischsprachigen Version, jedoch mit einer deutschsprachigen Strophe.

Italienische, französische oder spanische Originale

Deutsche oder englischsprachige Coverversionen entstanden immer wieder von italienischen oder französischen Originalen. André Claveau brachte im Jahre 1950 sein Chanson ''Cerisier Rose et Pommier Blanc'' heraus (für den Texter Jacques Larue (Musik von Luis Guglielmi) waren Kirschblüten rosa und Apfelblüten weiß), an dessen Titel sich ''Cherry Pink and Apple Blossom White'' in der am 23. August 1954 aufgenommenen Fassung des Mambo-Orchesters Pérez Prado hielt, sich im März 1955 für zehn Wochen am ersten Platz festsetzte und zum Millionenseller entwickelte.

Nicht immer war die Übersetzung so nah am Original wie bei diesem Stück. Anna Identici präsentierte im Februar 1968 (Ariston #AR0242) den Originaltitel von ''Quando m?innamoro'' (Musik: Roberto Livraghi, Text: Mario Panzeri, Daniele Pace) auf dem Sanremo-Festival, wo sie hiermit den sechsten Platz belegte. Am 10. März 1968 nahm Engelbert Humperdinck mit einem englischen Text von Barry Mason den Song mit dem Titel ''A Man Without Love'' auf. Der im April 1968 veröffentlichte Titel erreichte einen zweiten Rang der britischen Charts.

Aus dem spanischen Nummer-eins-Hit ''El chico de la armónica'' von Micky vom März 1972 titulierte man ''Der Junge mit der Mundharmonika'', den auch Bernd Clüver nach Veröffentlichung im Februar 1973 zur deutschen Nummer Eins führte und zwei Millionen Mal verkaufte.

Beatmusik

Insbesondere während der Anfangsphase der Beatmusik war es nicht ungewöhnlich, dass Bands ihre Karriere mit Coverversionen ihrer Vorbilder begannen. Beste Beispiele sind die Gruppen The Beatles und The Rolling Stones, die beide zahlreiche Stücke Chuck Berrys und von Blueskomponisten im Repertoire hatten. Häufig wurden auch gezielt Coverversionen lanciert, um deren Originalinterpreten und Autoren zu größerer Popularität zu verhelfen. So wurde etwa der Song ''Blowin? in the Wind'' von Bob Dylan zunächst in der Version von Peter, Paul and Mary ein Hit, bevor seinem Autor der Durchbruch gelang. In den 1960er-Jahren war es auch üblich, dass britische Interpreten für den britischen Markt die Stücke coverten, die zuvor in den USA von amerikanischen Interpreten auf den US-Markt gebracht wurden. Ein Beispiel hierfür ist ''Bend Me, Shape Me'' von den American Breed, das in seiner britischen Version der Amen Corner lediglich ein halbes Jahr später im Juni 1968 veröffentlicht wurde. Konnte der Millionenseller der American Breed der britischen Amen Corner nicht verborgen bleiben, so war dies bei ''Wild Thing'' von der amerikanischen Gruppe Wild Ones allerdings der Fall. Als deren Original am 1. November 1965 erschien, blieb es ohne Hitparadenresonanz und geriet in Vergessenheit. Erst als die britische Band The Troggs diese frühe Punk-Produktion im Februar 1966 aufgriff, wurde ein Millionenseller daraus.

Erfolgreicher als das Original

In einigen Fällen wurden Coverversionen sogar erfolgreicher und populärer als die Originalaufnahmen, wie etwa ''All Along the Watchtower'', das zwar im Original von Bob Dylan stammt, der jedoch für spätere Liveversionen das Arrangement der Coverversion von Jimi Hendrix übernahm, oder ''I Will Always Love You'' von Whitney Houston, das im Original von Dolly Parton stammt ebenso ''Without You'' von Mariah Carey, im Original von der Gruppe Badfinger. Ein weiteres Beispiel ist ''Black Magic Woman'', im Original von Fleetwood Mac, die weitaus bekanntere Version des Liedes stammt aber von Santana. ''I Love Rock ?n? Roll'' von Joan Jett war ursprünglich die B-Seite einer Single von der Band Arrows. Der in Deutschland kommerziell erfolgreichste Song ''Fernando'' der schwedischen Popgruppe ABBA war ursprünglich für Anni-Frid Lyngstads Solo-Album ''Frida ensam'' geschrieben worden.

Für Deutschland wäre hier ''Über sieben Brücken musst du gehn'' zu nennen, das Peter Maffay 1980 von der DDR-Band Karat coverte. Einige Stücke und Komponisten sind beliebt und werden immer wieder gecovert, so etwa die Cat-Stevens-Songs ''The First Cut Is the Deepest'' (beispielsweise von Rod Stewart oder Sheryl Crow) und ''Father and Son'' (Coverversion zum Beispiel von Ronan Keating). Teilweise werden diese Versionen bekannter als das Original, etwa Sinéad O?Connors Version von Prince? ''Nothing Compares 2 U'', Leona Lewis? Version von ''Run'', welches von Snow Patrol stammt, oder Janis Joplins Fassung von Kris Kristoffersons Titel ''Me and Bobby McGee''. Dies geht zuweilen so weit, dass die Coverversion für das Original gehalten wird. So ist z.?B. weitgehend unbekannt, dass ''Sailing'', einer der größten Hits von Rod Stewart, in dessen Version auch ''nur'' eine Coverversion ist. Das Original von The Sutherland Brothers ist dagegen so gut wie unbekannt. Manche Coverversionen von Joe Cocker wie ''With a Little Help from My Friends'' oder ''The Letter'' haben mindestens den Bekanntheitsgrad der Originale der Beatles bzw. Box Tops erreicht.

Coverversionen als humoristische Lieder

Ab Mitte der 1970er-Jahre wurden regelmäßig Coverversionen erfolgreicher Kompositionen mit humoristischen deutschsprachigen Liedtexten veröffentlicht, die mitunter beachtliche Charterfolge erreichten:

So veröffentlichte beispielsweise 1975 der niederländische Showmasters Rudi Carrell zu der Melodie des Songs ''City of New Orleans'' des US-amerikanischen Folksängers Steve Goodman aus dem Jahre 1971 das Lied ''Wann wird?s mal wieder richtig Sommer?'' in einer Schlager-Version. Drei Jahre später erreichte Carrell mit dem Titel ''Goethe war gut'' sogar Platz neun der deutschen Charts. Das Lied entstand im Original bereits in den 1920er-Jahren unter dem Titel ''Sweet Violets'' von Bernie Schultz & His Crescent Orchestra und wurde unter gleichem Titel vor allem 1951 durch die erfolgreiche US-amerikanische Sängerin Dinah Shore bekannt.

1976 wurde aus dem Lied ''Ein Bett im Kornfeld'' von ''Pump ab das Bier'' aus dem Jahr 1989 war in den deutschen Charts sogar erfolgreicher als das Original.
2002 wurde ''The Ketchup Song'' der spanischen Girlgroup Las Ketchup zeitnah von der Radio-Comedy Die Gerd Show in der Coverversion ''Der Steuersong'' veröffentlicht. Original und Parodie hielten sich kurz nacheinander jeweils sieben Wochen auf dem ersten Platz der deutschen Charts.

Coverversionen durch Sampling seit den 1990er Jahren

In den 1990er-Jahren entstanden durch Sampling neue Formen der Coverversion, die besonders vertraute Popmusik der 1970er und 1980er mit hohem Wiedererkennungswert nutzten. Musikologisch mag man Sampling noch als Coverversion betrachten, rechtlich wird meistens Bearbeitung vorliegen. Während die Samples in Europa besonders häufig mit Dance-Beats unterlegt wurden, kombinierten amerikanische Hip-Hop-Produzenten prominente Samples mit neuen Rap-Texten. Ein Beispiel hierfür ist der Song ''He Got Game'' von der Gruppe Public Enemy (1998), dessen Musik von dem Buffalo-Springfield-Song ''For What It?s Worth'' (1967) stammt, wobei Stephen Stills, der Autor des Originals, die markanten Gitarrenparts für die Coverversion neu einspielte.

Die Intention verschob sich aber von einer rein künstlerischen stark zu einer rein kommerziellen Angelegenheit. Vielfach wurden die bekannten, eingängigen alten Melodien mit einer Bassspur und monotonem, oftmals mit dem Computer verfremdeten, Gesang unterlegt. Vor allem im Dance- und Hands-up-Bereich beschränken sich viele Interpreten darauf, lediglich alte Titel unterschiedlichster Interpreten und Jahrzehnte neu aufzulegen. Beispiele hierfür sind etwa Novaspace, Groove Coverage oder Jan Wayne. Oftmals haben diese Coverversionen mit den Originalen nur noch wenig gemeinsam, zum Beispiel der im Original von Alice Cooper gesungene und später von Groove Coverage gecoverte Titel ''Poison''.

Eine besonders wichtige Motivation für Coverversionen ist das wirtschaftliche Interesse. An Coverversionen verdienen nicht nur Interpreten, Produzent und Musiklabel? der neuen Version, sondern auch die Autoren und der Musikverlag des gecoverten Werks. Der kommerzielle Hintergedanke von Coverversionen spielte zwar schon immer eine Rolle, aber besonders seit den späten 1990er-Jahren lässt sich vermehrt ein ?Ausschlachten? der Originale beobachten. Vor allem die Anzahl an gecoverten Titeln im Vergleich zu neuen Liedern nahm wieder zu. Waren in den 1980er-Jahren hin und wieder einmal einzelne Coverversionen älterer Titel in den Charts (zum Beispiel ''You Keep Me Hangin? On'' von Kim Wilde), wurde vor allem zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine gewisse Anzahl an Coverversionen in den Charts zur Regelmäßigkeit. So waren am 3. September 2001 beispielsweise sieben Titel der in den Top-10 der deutschen Singlecharts platzierten Lieder Coverversionen.

Ungewöhnliche Coverversionen

Seit Beginn der Punk- und Post-Punk-Musik haben Bands klassische Rock- und Popsongs auf ihre Weise gecovert, dekonstruiert und neu interpretiert. Ein Beispiel ist (I Can?t Get No) Satisfaction, im Original von den Rolling Stones, in der Version von Devo. Die neu arrangierten Stücke klingen oft lauter (voluminöser), schneller und härter als die Originale. Viele Punk-Coverversionen beinhalten kleine Ska-/Reggaeparts. In den 1980er-Jahren veröffentlichten erfolgreiche Bands wie Heaven 17, Siouxsie and the Banshees und andere Alben, die ausschließlich Coverversionen enthielten. Die Toten Hosen coverten oder bearbeiteten zahlreiche Musikstücke.

Seit Anfang des 21. Jahrhunderts ist es populär geworden, bekannte Hits in ein anderes musikalisches Genre zu übertragen. So gibt es eine Reihe Bands, wie etwa die Berliner The BossHoss oder Texas Lightning, die Pop-Hits im Country-Musik-Stil spielen, Heavy-Metal-Klassiker werden von den Schweden Hellsongs im Easy-Listening- und Pop-Stil, von den Italienern Driving Mrs.Satan im Indie-Rock-Stil interpretiert, die französische Band Nouvelle Vague überträgt New-Wave-Songs zu Bossa Nova, der amerikanische Sänger Richard Cheese spielt Pop, Hip-Hop und Metal als Swing- beziehungsweise Lounge-Musik, die Briten Ten Masked Men verwandeln Popsongs in Death Metal und Me First and the Gimme Gimmes Lieder verschiedenster Arten in Punkmusik. Bereits 1996 erregten The Mike Flowers Pops Aufsehen mit Easy-Listening-Versionen von Rocksongs wie ''Wonderwall'' von Oasis und ''Light My Fire'' von The Doors. Weitere Beispiele sind die Punkrock-Version des Chansons ''Comme d?habitude'' durch Sid Vicious und die Bluesrock-Version der US-amerikanischen Nationalhymne ''Star-Spangled Banner'' durch Jimi Hendrix.

Rekorde

Laut dem Guinness-Buch der Rekorde ist ''Yesterday'' von den Beatles mit über 1600 Versionen zwischen 1965 und 1985 das bislang am häufigsten auf Tonträgern gecoverte Lied. Die Überprüfung solcher Rekorde gestaltet sich schwierig, da als einzige Quelle die Verwertungsgesellschaft zur Verfügung steht. Die für ''Yesterday'' zuständige britische Performing Right Society (PRS) ist hierbei jedoch nicht transparent.

Literatur

Weblinks

  • cover.info Datenbank mit Cover-Versionen und Musikzitaten

Einzelnachweise